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Die Nacht gehört den Liebenden und den Einsamen. Sie gehört auch dem freien Gespräch. Sie gehört den Trunkenen und den Ernüchterten, den Einsatzkräften und Wachhabenden. Kaffee und Zigaretten.

Dieser Tage sind die Nächte kurz. Ich wollte etwas über das Gespräch notieren, doch die aus ihrem Schlaf erwachten Vögel sind derart laut, daß ihrer Rede Vorrang gebührt. Ich könnte ein Mikrophon aus dem Fenster strecken, um ihre Parlamentsdebatte aufzuzeichnen. In ihr geht es hoch her. Die Fraktionen singen aufeinander ein.

Giganten würden uns Menschen derart aufgeregt erleben, wir wären für sie putzig. Ich denke mich des öfteren in eine fiktive Versuchsanordnung, in der ich gehalten und behandelt werde wie eine Laborratte oder eine Maus.

Woran ich denke, ist ein Gespräch, das sich findet und führt, verliert und zurückgewinnt. Ein Gespräch, in dem niemand recht haben muß oder dominant sein will. Ein Gespräch, in dem mit gutem Ohr gehört wird – zugunsten des Partners. Ein Gespräch, in dem nicht über Spitzfindigkeiten und Prüffragen gebremst oder ein billiges Mißtrauen die Oberhand gewinnt. (All die kleinen Teufeleien des Miteinanders, so daß es in ein Gegeneinander umschlägt.)

Ein echtes Gespräch – davon rede ich zu den Vögeln dort draußen. Es zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, daß niemand vom anderen etwas will. Es gibt keine Absicht. Niemand will bekehren, niemand überzeugen. Das ziemt sich nicht unter Freunden, nicht unter Menschen, die sich achten.

Ein gutes Gespräch ist gemeinsames Suchen und Finden. Ach, vielleicht nicht einmal „suchen“. Man findet viel besser, wenn man nicht eigens sucht.


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