Übrigens bin ich gewiß, daß wir einer sehr traurigen Kultur angehören. Solches kann ich nur des Nachts schreiben, da des Tags mich die Farben und Formen schön verwirren. Wir sind Teil einer traurigen Kultur, die sich selbst (durch uns) als gefesselt erfährt. Ich hörte den Satz: Wir wissen exakt, was zu tun wäre, aber wir können es nicht tun, da das, was wir tun müßten, nicht geht. Über seinen eigenen Schatten springen – das geht nicht. Die Quadratur des Kreises gelingt selten. Gefesselte ersinnen Befreiungsphantasien oder reden sich die Gefangenschaft schön. Wieder andere erkennen anders Glückseligkeit und streben in geheime Refugien aus Träumen und Wahn gestrickt, worin Künstlerisches schimmern mag. Ich erkenne die Traurigkeit überall, und sie ist nicht immer die meine, denn meistens bin ich nicht sonderlich traurig, vielmehr erstaunt oder verwundert oder entsetzt sogar. Ich wußte als Frühgeborener zu keinem Zeitpunkt meiner Verfrühung, in welch fahles Spektakel ich geworfen oder geflohen bin. Deshalb suche ich Licht und Wärme des Denkens und Fühlens. Die Spaßmacher sind lustig. Ja, sie sind lustig.
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