Über die unterschiedlichen Verhältnisse von Langsamkeit und Schnelligkeit läßt sich meditieren. Ohne ihre „Relationalität“ gäbe es sie nicht. – Ich stutze an dieser Stelle und suche nach einem Ersatzbegriff für Relationalität, will Relation oder Relativität oder Verhältnismäßigkeit einsetzen, scheitere aber damit. – Von irgendwo weht der Wind Jazzklänge herbei. Besonders dem Jazz gebührt die städtische Nacht. – Ich suche nach dem Zusammenhang von Schnelligkeit und Langsamkeit in mir, zunächst. Ich suche ihn im Verhalten derer, die ich zu kennen meine; sowie im Geschehen, das sich politisch vollzieht. Das Schnelle scheint noch immer favorisiert, doch Die Entdeckung der Langsamkeit schreitet seit Erscheinen des Romans vor etwa vierzig Jahren nach grotesken Rückschlägen unaufhaltbar voran. Das hat zwei Seiten. Ich selbst bin zunächst nicht „schnell mal“ einer Meinung. Darin, es nicht zu sein, bin ich schnell, anschließend nehme ich mir die Zeit, die es braucht. Sehr schnell bin ich fertig mit langweiligen Texten und langweiligen Gedanken und langweiligen Bestätigungen irgendwelcher Botmäßigkeit. Sehr langsam kaue ich nach, was mir unverdaulich scheint. Immerhin kaue ich, probiere also. Nichts Menschliches sei mir fremd.
Nachschrift: Vielleicht sollte es „Gegenseitigkeit“ heißen. Ohne ihre Gegenseitigkeit gäbe es sie nicht. Gegenseitigkeit klingt freundlicher und aufgeräumter als Gegenseite. In Gegenseitigkeit sind Austausch und Handel angelegt, während die Gegenseite fast schon Feind bedeutet. Ach die Sprache und ihre bebenden und lebenden Wörter!
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