Eines schönen Tages werde ich keine politischen Debatten mehr führen. Fast bin ich soweit. Noch springe ich ein oder auf, wenn es sein muß. Ob es sein muß, ist die Frage. Läßt man mich in Ruhe, fällt es mir leichter. Greift man zu mir über, werde ich mich zu wehren wissen. Ich bin nicht zu gewinnen für ein totalitär Gutes, ein sogenanntes Gutes, eine Utopie aus dem Sprachlabor oder dem Ich-wünsch-mir-was-oder-wer-ich-sein-möchte. Das soll man nicht nur wünschen, sondern machen – es auf die Straße stellen als Wirklichkeit oder Tatsache, es selbst leben. Und dann kann man ja immer noch sehen, wie die Leute darauf reagieren und man selbst auf die Leute. Ich komme vom Land, ich bin langsam und skeptisch. Mit solchen Koketterien rette ich mich aus der Bedrängnis des Bekehrtwerdens. Ich bin gegen Bekehrung, ich lehne moralische Erpressung ab. Niemals möchte ich jemandem sagen, was er tun soll. Drehen wir es doch herum – dann müßte auch ich all jenes ertragen. Man mag mich belehren wollen, das geht an. Bekehren – wozu denn? Soll ich die Seite wechseln, auch einer von denen werden, die sich Wir nennen und durch die Gegend protzen. Wie unfein das ist, wie widerwärtig. Man faßt sich nicht gegenseitig in die Moral.
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