Ich erinnere mich der Magazine und der Fortsetzungsfolgen in den Wochenzeitschriften, die 2014 an den Beginn des Ersten Weltkriegs erinnerten, den innereuropäischen Amoklauf der Groß- und Mittelmächte. Im selben Jahr annektierte Rußland die Krim, zuvor die verwirrend sich überstürzenden Vorgänge um den „Euromaidan“, die Kundgebungen auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew, an den sich bis heute zahlreiche Deutungen heften.
Wenn die Welt zerstört ist, wie wir sie einmal hatten und vielleicht nicht ausreichend zu schätzen wußten, folgen Jammer und Elend. Das haben wir nicht gewußt, beteuern die Verantwortlichen. Natürlich wollten sie wie stets das Beste. – Seltsame Semantik von „natürlich“, eigenartige Ausdeutung von „das Beste“. Für wen das Beste, für wen das Zweitbeste?
Ich bestaune die Sicherheit, mit der die jeweiligen Lager argumentieren (wie zuvor bereits in anderen Angelegenheiten des übergreifenden öffentlichen Interesses.) Ein Überbietungswettbewerb in Eindeutigkeit scheint ausgebrochen zu sein und verfolgt uns durch sämtliche Themen unserer Weltuntergangszivilisation, genannt Risikogesellschaft. Man soll nicht zweifeln. Also handelt es sich um Glauben. Mit Gläubigen ist nicht zu streiten. Daß unsere modernen Gläubigen jene unmodernen spiegeln, dürfte sich nachweisen lassen.
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