Am schönsten war es, vor der Lesung draußen zu sitzen. Nach und nach trafen die Matadore ein, hatten ihre Texte dabei in Mappen oder zusammengefaltet in der Jacke. Es war halbwegs mild an jenem Samstagabend vor zwei Tagen, Laub lag auf der Straße, es hatte zuvor leise geregnet. Ludwig zog an einer Zigarre und zeigte einen Stift, mit dem man gut schreiben kann; Lothar kam mit einem Freund und setzte sich zu uns; Michael sagte, er wisse noch nicht, ob Theresa lesen könne; Theresa kam und sagte, sie wisse noch nicht, ob sie lesen könne; Marcus kam und sagte auf Anfrage, er könne beginnen; Jonathan kam und sagte, er habe gut geschlafen und sei noch etwas müde. Es war wie im Westernfilm, wir waren die glorreichen Sieben und würden in diesem Saloon die Sache austragen. Noch war Zeit, noch war es halbwegs hell draußen, noch hätten wir abhauen können. Es wurde mehrfach gefragt, ob wir aufgeregt seien, und so waren wir es wohl. Ich jedenfalls war es. Jedesmal wieder wie auf Leben und Tod, Gedeih und Verderb. Ich tippe, deshalb macht man das.
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