Spinnwebengesellschaft

Ist es denn so schwer einzusehen, daß wir jeweils privilegiert sind oder gegenteilig: nahezu chancenlos. Es wird doch noch möglich sein, die Bedingungen des eigenen Werdens halbwegs zu reflektieren und hinsichtlich der Voraussetzungen abzugleichen mit den Bedingungen anderer. Chancengleichheit ist eine Chimäre, das mag sein. Dann soll man aber auch nicht von oben herab behaupten, es gäbe sie. Warum fällt es so schwer, von sich selbst und dem eigenen Milieu einmal abzusehen und das Leben anderer sich vorzustellen. Es gibt die Grenzen der Milieus. Die akademischen sind auf sonderbare Art halb undurchlässig. Der Zugang erfolgt über Sprachcode und Habitus. Im wesentlichen funktionieren die Gespräche (Annäherungsversuche) nach dem Futternapfprinzip, ganz ähnlich wie im Kunst- oder Literatur- oder Filmgewerbe. Es geht soziobiologisch zu, auch wenn geleugnet wird. Man kann sich dort bestens amüsieren, sofern man nicht dazugehören möchte. Sollte man es wollen, wird es komplizierter. Dann gilt Ruchlosigkeit.


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