Ich setze sie intuitiv oder assoziativ. Erst kommt der Text, dann bekommt er seine Überschrift. Wohl ist mir, wenn sie nicht sonderlich fest über dem Textblock sitzt, sondern wackelt und Luft hat. Die Überschrift soll nicht verraten, was sich im Text befindet, es nicht einmal sonderlich andeuten. Sie darf ein wenig täuschen, notfalls in die Irre führen. Text und Titel genießen Freiheiten. So ist es mir lieb mit Menschen und Meinungen und Haltungen und Einstellungen und allerlei sonst – man soll sich Luft zum Atmen und zur Entfaltung lassen. Manche sind zum Fliegen geboren, andere zum tiefen Tauchen. Schon flimmern die Begriffe ein: Unterschriften, Vorschriften, Abschriften, Umschriften, Zuschriften, Anschriften. Da läßt sich langschrittig schriften auf Eisbahnen der zugefrorenen Kanäle.
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