Bücher laufen einem über den Weg wie Katzen. Heute Grimmelshausen, Der Abenteuerliche Simplicissismus [1668/69]. „Es eröffnet sich zu dieser unserer Zeit (von welcher man glaubt, daß es die letzte sei) unter geringen Leuten eine Sucht, in deren die Patienten, wenn sie daran krank liegen und so viel zusammengeraspelt und erschachert haben, daß sie neben ein paar Hellern im Beutel ein närrisches Kleid auf die neue Mode mit tausenderlei seidenen Banden antragen können oder sonst etwan durch Glücksfall mannhaft und bekannt worden, gleich rittermäßige Herren und adelige Personen von uraltem Geschlecht sein wollen […]“ Heiterkeit sei mit mir auf all meinen Wegen, was immer geschieht. Grimmelshausen hat das Fürchterlichste gesehen und beschrieben. Die zitierten Sätze sind die einleitenden einer (deutschen) Odyssee, einem „Geschichtstrauma“, wie man heute vielleicht sagen möchte, den Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges gewidmet, auszuhalten nur von einem Narren, einem Schelm, einem arglosen Beobachter dessen, was geschieht.
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