In einer Hafenstadt

Ich erinnere mich, daß ich Jack Kerouacs Traumtagebuch gelesen habe und enttäuscht war. Welche Bedeutung den Träumen zukommt, möchte ich nicht diskutieren. Sie sind. Ich erwachte vorhin aus einem Traum, in dem ich mit einem guten Freund ein Etablissement aufsuchte, das uns sogleich überraschte. Man saß im ersten Stockwerk, das man über eine steile Treppe erreichte, auf Toilettenschüsseln. Vier alte Männer saßen dort beieinander, hatten ihre Hosen heruntergezogen, die nun formlos um ihre Fußgelenke lagen, und besprachen die Lage. Ob sie sich bereits entleert hatten, blieb verborgen. Wir Neuankömmlinge wählten zwei benachbart stehende Sitzgelegenheiten und redeten aus Verlegenheit etwas zu laut, tauschten uns aus über die Reihenfolge der anstehenden Handlungsschritte: den Deckel auf, umdrehen, die Hose runter usw. Einer der Alten blickte mißbilligend herüber und sagte laut genug, daß wir es hörten: Das ist das Dumme an den Jungen – daß sie immer so viel quatschen müssen.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

In einer Hafenstadt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert