Die Verteilung der Stimmen in Töpfe nach einer Wahl bezeichnet den Unterschied zwischen Zahl und Wert sowie den Übergang von der einen in die andere Größe. Bald schon kann regiert oder muß opponiert werden. Zuvor finden die Verhandlungen zur politischen Brautschau statt. Wer kann Bedingungen stellen, wer muß ihnen entsprechen. Ein Gerangel und Gezerre wie im Arbeitsleben. Ämter und Posten sind zu vergeben, dahinter steckt irgendeine Strategie. Ich bin froh, daß man uns hier wählen läßt. Im Wahlraum war es ruhig, ich konnte die Listen komplett durchlesen, meine Kreuze überdenken. Doch diesmal lag nicht diese republikanische Feierlichkeit in der Luft, vielmehr ein Geruch von heiterer Pflichterfüllung. Wir sind in Berlin, da passiert so etwas, mein Gott. Ich bewundere die Politiker vielleicht deshalb, weil sie sogar eine Ablehnung als Zustimmung zu deuten verstehen. So ergibt auch der Wahlkampf als Kampf wieder einen Sinn. Sie kämpfen um ein Leben als Persona, als ein ausgestelltes Ich-Kompetenz-Paket für die Gemeinschaft als Gesellschaft oder umgekehrt.
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