Immerhin ist es

Schreiben kann eine heikle Angelegenheit sein. Schreiben heißt sagen – aussagen, sich zeigen, bekunden. Sagen ist das Gegenteil von schweigen. Schreiben ist ein Sagen aus dem Schweigen. Es soll jedoch nicht mystifiziert werden. Damit lügt man sich bedeutungsvoll in die Tasche. Wer mit dem Schreiben auf die eine oder andere Weise ernst machen möchte, gerät unweigerlich in diese heikle Zone. Plötzlich sollen die Worte alles enthalten und auf die beste Weise. Den Malern ergeht es ja gar nicht anders, den Musikern sowieso. Das, was man gern getan hat, wird mit einem Mal zu dem, was man wollen muß oder soll, und zwar mit Nachdruck. Darunter leiden die guten Gefühle, darunter leidet das eigene Sein. Überanstrengung und Anspannung. Die Leichtigkeit ist futsch, man kaut an den Fingernägeln oder saugt naß an Zigaretten. Furcht vorm Scheitern. Furcht davor, es nicht sagen zu können, das Allereinfachste nämlich – wie es ist.


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