Laß uns hoffen, daß wir einschneien! sagte mein Vater

Langsam und trudelnd fallen Schneeflocken vom Himmel, vereinzelt und zag. Da denke ich an Schneeflöckchen, Weißröckchen und weiß mit einem Mal, daß es mein Lieblingswinterlied gewesen ist und noch ist. Es hat seine Geschichte, die sich nachlesen läßt. Wie die Autorin (Hedwig Haberkern, 1837-1901) habe ich viel und phantasievoll über das Schicksal der Schneeflocken nachgedacht, ihre Herkunft und Botschaft. Ich stamme aus dem Weserbergland und habe dort Kindheit und Jugend verbracht. Kalte Winter waren selten, Schnee war das ersehnte Winterwunder. Ein paar Tage blieb er liegen, wir rodelten und bewarfen uns mit Schneebällen. Schon taute es wieder. Dauernd taute es. Ich denke mit Zärtlichkeit oder Zartgefühl an die zerbrechlichen und hauchzarten Gebilde, die vom Himmel schweben wie zierliche Fallschirmspringer und hier unten landen auf dem Rücken eines Tieres oder eines Daches, auf der Schulter, der Fensterbank oder im Beet eines Hinterhofs.


Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Laß uns hoffen, daß wir einschneien! sagte mein Vater

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert