Schritte. Rufe. Flure. Wände. Türen.

Aber was ist denn das Unheimliche, wenn es nicht nur das Überraschende ist? Als Kind wußte ich exakt, was das Unheimliche ist. Es zeigte sich nachts auf dem Rollo vor dem Fenster meines Zimmers, bildete bewegliche Schatten, die ich zu deuten wußte. Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Vielleicht ist das Unheimliche ein Übergang, genau jene Schwelle, die in der Ungewißheit zwischen Hoffnung und Entsetzen gezogen ist. Darin steckt das Wort Heim. Unheimlich wird das Heim, das nicht mehr heimelig ist, das nicht mehr birgt und schützt. Das Unheimliche ist die Vorahnung des Schrecklichen, das nicht eintritt.


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