Einwände

Die Depression hält an, doch die Intensitäten schwanken. Als Beobachter bin ich Teil der Beobachtung und des Experiments. Ich müßte mich hineinrechnen in die ermittelten Werte. Das kann ich nicht und will ich nicht. Mit fast schon naivem Vertrauen setze ich auf die Möglichkeit und Fähigkeit individueller Wahrnehmung überindividueller Phänomene und liefere nicht Feldforschung ab, sondern Erlebnis- und Erfahrungsberichte. Daß die Leute kaputt sind, kann ich behaupten. Mindestens fühle ich mich kaputt und sage es auch. Mag sein, ich projiziere. Daß wir Menschen dies dauernd tun, muß mich nicht entschuldigen. Vielleicht unterliege ich einem Irrtum, vielleicht geht es den Leuten, fragte man nur, nie so gut wie heute. Ich kann das nicht ausschließen, ebenso wenig wie auszuschließen ist, daß Leute ihren eigenen Zustand mit dem der Gesellschaft verwechseln. Mit mir stirbt eine Welt usw. Zugleich weiß ich, wie wenig ein Einzelner autonom ist und wie stark die Schwingungen sind, die ihn verbinden mit dem, was um ihn ist und ihn hält und trägt und schützt und gegebenenfalls angreift. Die Depression hält an, doch die Ursachen sind nicht ohne weiteres zu ermitteln. Meine Ideen dazu beruhen einstweilen auf populären Vorurteilen, die ich für wahr halte. Mal schauen, wohin Selbsterkenntnis und Projektion mich führen.


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