Im Traum sollte ich lesen, hatte die Papiere dabei, saß in einer Art Wohnzimmer mit Couchtischen, Sofas, Stehlampen. Das Publikum bestand aus Bekannten und Unbekannten, ein paar Familienmitglieder waren da, ich erkannte meinen Vater im Gespräch mit einem Nachbarn aus der alten Zeit. Ich hatte gerade begonnen, da fehlte mir ein Blatt. Der Text ging nicht weiter, ich stockte, kannte ihn nicht auswendig. Die Stille wurde laut. Ich hörte, wie die Papiere, die ich durchblätterte, um jene Seite zu finden, mit der es weitergehen mußte, raschelten. Ein Stapel ging zu Boden und verteilte sich auf dem Teppich. Schnell war ich in der Hocke und raffte die Seiten zusammen. Jetzt war ich soweit, es konnte weiter gehen. Ich ermahnte zwei Gäste, sie sollten sich ruhig verhalten, schließlich läse ich doch. Ich öffnete den Mund, doch es kam nichts heraus. Ich war stumm geworden. Nur mein Husten war gut zu hören. Niemand achtete mehr auf mich, sie unterhielten sich und nutzten die Gelegenheit. Lesungen sind lästig, sagte ich zu jemandem, den ich nicht kannte, die Leute wollen sich ja viel lieber unterhalten statt zuzuhören.
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