Nichts reißt an sich und zerstört

Ein Wort wie Finderglück scheint nahezu ausgestorben zu sein. Mir ist, als sei ich damit gesegnet. Wohin ich gehe, liegen Sachen herum, die ich mitnehme, sofern ich sie brauchen kann. Tücher, Hemden, Schals, Mützen, Bücher. Sogar Winterjacken lagen bereit, nur ein Knopf fehlte oder eine Naht war beschädigt. Gute Qualität ansonsten. Einmal nahm ich zwei Paar Schuhe an mich, sie standen im Hauseingang eines Gebäudes in der Reuterstraße und paßten perfekt. Als ich sie trug, dachte ich: du läufst in den Schuhen eines Toten. Das stimulierte meine Schritte. Ich würde ungern in eine Wohnung ziehen, in der niemand zuvor gewohnt hat. Neubauten sind kalt und unbeschrieben. Sie saugen jeden, der darin zu leben versucht, aus bis aufs Blut. Daher die vielen Unglücke. Das Gebäude verlangt Opfer. Die Altbauten sind gestillt, in ihnen geistert es es, mag sein, doch ist das besser als nichts.


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