Vor zwei Wochen und einem Tag stieg ich aus der U-Bahn und geriet diesem jungen Mann in die Fänge, der erst ein Zettelchen überreichte, mich verfolgte, um weitere Papiere zu zeigen, mich dann am Weitergehen hinderte und die Stellen im Text, die besonders wichtig zu sein schienen, mit seinem Finger unterstrich, offenbar suggestiv, denn ich las tatsächlich einige dieser Verkündungssätze und sah auch auf das abgedruckte Bild des Verkünders, eines asiatischen Mannes mit Brille hinter einem Stehpult, an das Mikrophone befestigt waren, dessen Botschaft auf einer neuen Wissenschaft des Glücks beruhte, vielleicht ganz ähnlich jener älteren und westlichen Version, die Lafayette Ronald Hubbard einst meinte geben zu können. Als ich dem jungen Mann sagte, daß er mich bedränge, wich er nicht von mir. Ich reagierte nicht unwirsch, wiederholte nur, daß ich mich bedrängt fühle. Endlich begab er sich zurück an seinen Stand, ein junger Koreaner mit Intelligenz und Zukunft, derzeit auf Mission für einen fernen Meister, der sich vermutlich gut zu bereichern weiß, da die Menschen bedürftig sind und nach Erlösung lechzen. Leider habe ich den Handzettel nicht mitgenommen, warf ihn in die nächste Mülltonne. Die sanfte und zugleich unerbittliche Nähe dieses schmalen Missionars spüre ich noch jetzt. Er benahm sich wie ein Drücker, wie einer, der Beute machen muß, unbedingt machen muß, weil sonst Kürzungen anstehen, Bestrafungen drohen, Privilegien gestrichen werden. Frei ist schon wer.
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