Etymologisch deutet Paradies auf einen umzäunten Garten oder Park. Die Abtrennung von einem Außen ist essentiell. Die Vorstellung ist kulturübergreifend, die unterschiedlichen Auffassungen und Einflüsse widersprachen, ergänzten und verschränkten sich historisch. Wie gelangt man ins Innere dieses Gartens der Erlösung? Wie verläßt man ihn wieder? Wem obliegt die Türwärterschaft? Solche Fragen handeln von Auswahl und Würdigkeit. Modern gefragt: Kann man sich ins Paradies wählen lassen? Postmodern gefragt: Kann man sich ins Paradies wählen lassen, obwohl man sich nicht ins Paradies wählen lassen kann? Diesseits von gut und böse gefragt: Was muß ich tun, um ins Paradies vorzudringen, und: lohnt es sich denn, was wäre dort zu holen/zu bekommen? Fragen bezeugen die Verschrecklichung des Zugriffs. Gier und Güte liegen im Widerstreit. Doch die Herrschaft derer, die über Zugang und Verwehr des ersehnten Zeitortes verfügten, kann nicht nachträglich geleugnet werden. Interessant für die Diesseitigen: Welche Erlösung leuchtet ihnen ein, wohin zielt ein Weg rein irdischer Bewährung? Viele Fragezeichen. Ich hoffe, sie sind verständlich gesetzt.
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