Es mag Leute geben, die jeweils denken: Nun stell dich mal nicht so an, es gibt Schlimmeres! Ich sehe solchem Denken zu, der Film heißt Blond und handelt in etwa über Abschnitte des Lebens von Norma Jeane Mortensen (1926-1962), später und bis heute bekannt unter dem Namen Marilyn Monroe. Letztes Jahr, 2022, wurde er veröffentlicht, sofort gab es Stunk. Dies sei kein echtes Biopic, wurde moniert, daß ein ungeborenes Kind zu sprechen beginnt, wütend kommentiert. Ja, Kunst kann das: die Ungeborenen sprechen lassen. Niemand sonst spricht für sie. Auch die Gestorbenen dürfen und können sprechen in der Kunst. In der Kunst hat jeder der Ungehörten einen Platz. Was denn sonst. Deshalb doch ist die Kunst unantastbar, selbst wenn wer dringend möchte. Politik, die Kirchen, die Gewerkschaften, das Geld, die Gesinnungen. Ob dieser Film sich behaupten kann, wird sich erweisen. Die literarische Vorlage stammt von Joyce Carol Oates und trägt eben diesen Titel. Blond zu sein kann ein Stigma sein, künstliches Blond zu tragen ein doppeltes.
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