Einst lebte ich außerhalb der Zeit, saß im Garten und schrieb ins Tagebuch. Es gab ein Datum, also war da Zeit, doch ich fühlte sie nicht. Es mochte Nachmittag sein, die Sonne stand recht hoch am Himmel. Die Tanne spendete Schatten. Einst war sie ein Weihnachtstannenbaum, dann wurde sie ins Beet gesetzt und schoß auf zu einer Höhe von bestimmt acht Metern. Später am Tag wurde es Abend und kühler, mag sein, aber über diesem Platz im Schatten schossen die Luftakrobaten durch die Lüfte, die geliebten Mauersegler, und sie schrien, um sich gegenseitig anzufeuern oder auch nur aus Vergnügen. Wir schreien ja auch, wenn die Achterbahn, in der wir sitzen, in die Tiefe stürzt. Ich hatte damals keine Pläne, das war das wichtigste. Weil ich keine Pläne hatte, hatte ich sehr viel Zukunft. Nichts verstellte mir den Weg. Geld fehlte dauernd, das war die einzige echte Schwierigkeit. Alle anderen ergaben sich aus dem Leben als Mensch unter Menschen. Oder ich lebte in der Zeit, doch war sie ausgedehnt und reichlich vorhanden wie eine weite Landschaft, eine Steppe ohne erkennbares Ende. Die Horizontlinie trennte Himmel und Erde. Ich konnte warten, ich hatte Zeit.
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