Daß ich die Zeitzeugenschaft annehme, versteht sich. Notfalls ist meine schwache Stimme ein Korrektiv. Ich notiere, was ich notiere, damit es notiert ist. Das ist bereits fast alles. Später wird man fragen, was damals (jetzt) los gewesen ist, und ich möchte helfen, daß man es verstehen kann. Ziemlich ehrgeizig, vielleicht auch vermessen. Doch das ist mein Antrieb. Zudem schreibe ich für Zeitgenossen, die es interessiert, was ich empfinde, denke, schriftlich sage. Sie sind meine Freunde oder könnten es sein. Hätte ich keine Leser, würde ich trotzdem schreiben, aber nicht hier und nicht so. Texte und Tage ist ein täglich geöffnetes Café mit jederzeit neuen Angeboten. Während die Pandemiker herrschten, blieb es geöffnet und verwehrte niemandem den Eintritt. Man muß nichts kaufen, alles ist gratis. Ja, diese Texte kommen in Bücher, ganz gewiß. Manche von ihnen – die schönen und die wahren.
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