Ich bin mit Themen nicht schnell fertig, und erst recht nicht bin ich mit Menschen schnell fertig. Alles ist in Arbeit, steht in Frage, wird bedacht und gegenbedacht. Mir ist, als sei ich hier, um zu verstehen – nicht, um zu verurteilen. Müßte ich die Rolle eines Richters einnehmen, spräche ich frei. Könnte ich es nicht, müßte etwas vorliegen, das sich allem entzieht, was verzeihlich ist. Was wäre das? Mord oder fahrlässige Tötung aus Gewinnstreben und Gier. Die ganz großen Verbrechen, politisch gedeckt, ökonomisch motiviert. Milliardengeschäfte, Ausraubung ganzer Volkswirtschaften, Umverteilung von unten nach oben. Aber die Systeme laden doch dazu ein, sagt der Angeklagte. Da wird man sich doch jetzt nicht beschweren wollen. Macht doch andere Gesetze, ihr Heuchler.
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