Eine Formulierung ließ mich stutzen. Es hieß „Wie wollen wir als Gesellschaft …?“ Ein Wir würde Gemeinschaft voraussetzen, eine Gesellschaft ist lockerer gefügt und loser gelegt. Eine Gesellschaft kann kaum als ein handelndes Subjekt angesehen werden – sie handelt nicht, sondern in ihr wird gehandelt. Daß aus den Gesellschaften nun Gemeinschaften werden sollen, macht stutzig und läßt aufmerken. Der Kommunitarismus hat das seit langem eingefordert. Nicht zuletzt deshalb erfährt auch der Begriff Solidarität eine Umdeutung und wird als verpflichtend gesetzt (einstmals war sie freiwillig und zeichnete jene aus, die sie ausübten). Die Reihen sollen geschlossen werden, dabei helfen die Medien, sofern sie Qualität liefern. Dazu sind sie verpflichtet. So schließt sich der Kreis. Man müßte ein Schuft sein, bei derlei Gutem nicht eifrig mitzumachen. Irgendein Feind wird demnächst schon zu besiegen sein. Da lohnt es sich, als Gesellschaft ein Wir zu bilden und halbwegs geschlossen aufzutreten.
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