Das ist unbefriedigend

Ich höre ein Paar streiten und streiten und streiten. Das geht seit einigen Jahren. Jemand müßte schuld sein, denken sie, und suchen lautstark im Streit danach. Die Verzweiflung ist groß. Es geht um Liebe. Liebe heißt sonstwas, wenn man sie nicht mehr fühlt. Was verbindet uns denn noch, schreien sie, ohne es es zu wissen. Stattdessen geht es um dies und das, den Krempel, den man Vorwand nennt. Du hast nicht gesehen, du hast nicht gemacht, du … Paare regulieren sich so, man kann das nicht ändern. In den Schreien schallt eine menschliche Urangst auf, die so fürchterlich ist, daß es zunächst keine Worte zu geben scheint. Diese Urangst handelt von der kindlichen und menschlichen Verlassenheit, daß nämlich niemand da sein wird, wenn wir schreien, weil wir uns fürchten. Sei du meine Rettung, haben sich die Liebenden geschworen. Du bist mein Verderben, folgt aus solch hochgestreckter Erwartung. Niemand rettet uns, es sieht nur manchmal so aus.


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