In jeder Familie, nehme ich an, gibt es so etwas wie ein Vermächtnis. Es kann positiv sein. Nicht selten ist es das nicht. Als Nachfahren bleiben uns einige Möglichkeiten, solches Erbe anzunehmen, auszuschlagen oder zu ignorieren. Es zu ignorieren ist der lebenssaftigste und gegenwartszugewandte erste Teil des Umgangs. Es läßt sich auch fortlaufen und woanders Ablenkung finden, für gewisse Zeit, wertvolle Zeit, denn es geht um Zeit, trennende Zeit, distanzierende Zeit. Irgendwann später beginnen Annäherungen, zögerlich und zaghaft. Man will es wissen und doch nicht. Was denn wissen. Nun ja, die Wahrheit. Was geschah wirklich, wer tat wann was, welche Auswirkungen hat das auf uns, die wir leben und miteinander zu tun haben oder sollen. Hinter jedem Wort mag ein Fragezeichen stehen, das paßt in die Schwierigkeit. Wir sind nicht aus dem Himmel gefallen, uns hat nicht der Storch gebracht. Ich habe vorhin geschrieben, daß ich gern lebe. Ja, tatsächlich.
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