Das Nervenzehrende dieser Zeit. Gewalten sind entfesselt und noch größere Gewalten vibrieren bereits. Etwas Bedrückendes haftet an allem. Manchmal ist mir, als hielte ich zu oft den Atem an. Schon wird nebenan gehustet. Was kann einen trösten angesichts der Menschen, die nicht mehr bei Trost zu sein scheinen? Waren sie es je? – menschheitsmäßig ins Allgemeine gefragt. Achselzucken. Was weiß ich von der Menschheit. All diese großen Worte für unberechenbare Größen. Ich denke an mein Geschichtsstudium, als ich der Gemetzel müde war und mich das blutige Treiben der Vorfahren derart abstieß, daß ich die Folgsamkeit des Forschens und Verstehens aufgab. Ich suchte ein anderes Spiel. Doch das große Spiel enthält all die kleinen Spiele. Gibt es Gegenden, für die sich keiner interessiert; gibt es Güter, die niemand anderes begehrt? Ach, dieser elende Lebenskampf – wir bekommen ihn gar nicht verdeckt.
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