Eine, wie es scheint, läßliche Versuchung ist über unsere Funktionseliten gekommen, die sich Krise auf Krise in den Reaktionszyklen der vor- und nachgekauten Politikdarstellung wiederholt. Sie besteht darin, sich mit aller Kraft und unter Aufbietung der mobilisierbaren Verdrängungsgewalt auf die eine Seite des jeweils schwelenden Konflikts zu schlagen. Als werde auf solche Weise eine Auseinandersetzung verkürzt und qua Gewicht frühzeitig/rechtzeitig entschieden. Man will Sieger machen und sich im Triumph der siegreichen Sache selbst geadelt wissen. Das schlägt fehl und verweist auf eine kompliziert und interessant verfaßte Wirklichkeit, die sich einfacher Hebelgesetze nicht fügt. Fortan ackern sich die Akteure der vermeintlich einfachen Lösungen einen ab, und es ergreift mich das Mitgefühl, sie scheitern zu sehen. Niemand möchte tauschen. Sie lassen immer andere kämpfen und sterben, auch das gehört zum „diskreten Charme der Bourgeoisie“.
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