Das Züngeln der Flamme über der Glut

Der Kapuzenpulli riecht zwei Wochen später noch immer nach Lagerfeuer. Ich werde ihn vorerst nicht waschen. Zwei volle Wochen mit einem Schwarm an frei und hoch fliegenden Gedanken. Vor zwei Wochen war ich noch ein bißchen bedrückt und popelte irgendwo weiter unten an politischen Problemen herum. Nun weiß ich, daß die Aktivisten und die Bonzen (Aktivisten sind die Bonzen von morgen) am besten lernen, indem sie selbstverschuldet scheitern. Anderenfalls halten sie sich für Märtyrer, dann wird es grotesk. Ihr Sinn für Opportunität wird sie nicht heilen, lediglich umstimmen. So schwappen die Bewegungen in- und übereinander wie in einem Aquarium, das ein Erdbeben überstehen soll. Man zurrt es fest und verläßt das Gebäude. Politik mag wichtig sein, doch zugleich vergiftet sie die Beziehungen. Wer soll ich denn sein, wenn ich nicht verstünde, daß etwas geändert werden muß. Sehr vieles sogar. Ich würde nur ganz woanders beginnen, und es würde weniger kosten und bedeutete mehr Freude für die Menschen, die sich ja gar nicht bekriegen wollen. Doch ich bin kein Chef, kein Funktionär und werde nie einer werden. Es zu sein wäre mir langweilig bis traurig. Ich würde mich sogar schämen, Anweisungen zu geben. Macht ist peinlich, Ohnmacht ist peinigend. Dazwischen mag ein Platz sein. Das Lagerfeuer macht glücklich. So sehr, daß man still werden kann und eine Spur von Ewigkeit meint verspüren zu können, menschlicher und näher als beim Anblick der Sterne.


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