Hallo hallo hallo ruft ein Kleinkind in den Nachmittag hinaus und entdeckt sein Stimmchen

Die Welt ist groß und bunt und rund, pflegte ich früher zu sagen. Früher: vor zehn oder zwanzig oder dreißig Jahren. Auch damals gab es Kriege und Bullshit-Politik; sie hielten mich nicht davon ab, die Wunder des irdischen Lebens zu empfinden und zu preisen. Es ist gut, lebendig zu sein, auch wenn es wehtut. Offenbar sind wir nicht geschaffen, hier einfach so glattdurch zu gehen wie eine heiße Klinge durch den Butterlaib. Wir ecken an, beziehen Schläge, erleiden Niederlagen, werden zurückgewiesen. Solche Erfahrungen zu machen bewegt sich in der Ordnung des Bestehenden. Stirb und werde heißt André Gides Autobiographie Si le grain ne meurt [1926] in deutscher Übersetzung (Ferdinand Hardekopf), Zitat eines Goethe-Verses. „Wenn der Samen nicht stirbt“, kann nichts wachsen. Das Latenzstadium muß überwunden (gesprengt) werden. Aber: „Entwicklungsfremdheit ist die Tiefe des Weisen“ (Gottfried Benn) als Gegenstandpunkt aus der Distanz des unbewegten Alters, des stoischen Ertragens und Erkennens. Das hat noch Zeit, ich mag reisen, sonstwohin, und mich der Schönheit des Lebens überlassen.


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