Sind die Termine Stoß auf Stoß getaktet, kann etwas Gehetztes in die Begegnungen und Treffen geraten. Es findet sich zum Auftakt kein angemessener Abschluß, jeder spürt das. Diktiert die Zeit allein, wird sämtliches zerstoßen und zermörsert zu Zeitbrei. Hattet ihr eine gute Stunde? Stunden aber können weder gut noch übel sein. Es ist nicht Aufgabe einer Zeiteinheit, derartig gewichtige Unterscheidungen zu markieren. Hattet ihr ein gutes Miteinander, soll es eigentlich heißen. Warum spielen wir die Zeit derart (bereits sprachlich) in den Vordergrund? Die technisch-organisatorischen Argumente leuchten ein, jedenfalls innerhalb unserer Zivilisation. Doch will mir Zeit als wertgebend nicht einleuchten, außer beim Sport. Dort muß oder soll ja gemessen werden. Ansonsten … nun ja. Wie verschafft man sich Zeit? Wie lebt man zeitlos? Indem man sich nicht sonderlich dafür interessiert. Läßt sich das lernen? Nein, nur praktizieren. Trotzdem stirbt man. Als wäre das ein Manko. Jetzt weiter im Film Die große Stille. Wer von Zeit spricht, möchte von der Situation handeln. Die ist aber etwas ganz anderes, umfänglicheres und größeres. Sie enthält Ort, Zeit, Handelnde, Wetter usw., sie ist schlichtweg alles, was zusammentrifft.
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