Irgendwann früher, jedoch vor gar nicht allzu langer Zeit, war Streit unangenehm und ich haßte (fast schon) die Konflikte. Sie erschienen mir überflüssig, teils sogar konstruiert, und sie störten die Harmonie, in die ich mich begeben wollte und zu der, sofern ich sie erreichen könnte, immerhin und mindestens gehörte, daß die lästigen Streitereien beiseite zu schieben wären, für eine gewisse Zeit wenigstens. Zeit ist Raum. Raum ist Ausdehnung. Irgendwann jetzt verstehe ich vielleicht etwas besser, daß es der Konflikte bedarf, um die Harmonie zu sichern. Sonst würde sie eines Tages illusionär und zu einer falschen Gottheit. Ja, man soll an den Zäunen des sogenannten Paradieses rütteln, wenn einem danach ist. Tut man es notorisch im Sinne von fahrlässig, verdient das allerdings Entgegnung. Respekt heißt Achtung – nicht als Alarm, sondern als Beachtung, modisch gesprochen als Achtsamkeit. Das Wertvolle bemerken, ehe man es zerstört.
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