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Ergiebiger Landregen zur rechten Zeit. Die Geräusche vorm Fenster lassen mich an das Zehnstundenvideo Kalter englischer Regen für Schlaflose, etwa so lautet der Titel, denken: die Geborgenheitsgefühle desjenigen stimulierend, der sinnend im Trockenen sitzt oder liegt. Schlaf ein, liebe Seele, du kannst ohnehin nichts tun außer zu warten. Wie einfach wir uns beruhigen lassen, wir Kinder der uralten Natur, unserer ewigen Mutter und Herkunft, Spenderin des Lebens, der Freude und des Schreckens. Dieser Regen mag lieblich klingen, doch er läßt sich steigern ins Katastrophische. Regnet es fünf oder sechs Tage in Folge, sind wir fast schon geliefert. Die Systeme kollabieren. Berlin bleibt in aller Regel trocken, wenngleich es kurz und heftig regnen kann. Es ist ein paar Jahre her, da kippten hier Bäume um, da der Starkregen ihren Wurzelgrund aufgeweicht hatte. Ich sah einem dabei zu, er stand auf einem sogenannten Grünstreifen zwischen den Richtungsfahrbahnen, legte sich mit einem Mal auf die Seite und stürzte wie in Zeitlupe auf die Straße, ohne übrigens sonderlich Schaden anzurichten. Der Baum war weder alt noch groß, eine Linde.


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