In dieser Nacht, die dem Tag folgt und Ruhe spendet den Erschöpften und Schlaf ausgiebt den Ermüdeten, gedenke ich der Irrzeiten der Vergangenheiten und Gegenwarten und, hätte ich ausreichend Güte und Weitblick, auch der künftigen Zeiten. Wie sehr man sich vertun kann, um wie weit ein Ziel verfehlen. Wie ärmlich die Parolen klingen einen Atemzug danach. Wie die Überzeugungen knistern und rascheln, kaum schon Dokument. Gab es jemals für irgendwen Ruhe und Frieden in den letzten sechs bis zehn Generationen. Hat jemals jemand sie, die Unzählbaren, beruhigen können, ohne sie erneut zu mobilisieren und abermals hochzuhetzen für oder gegen sonstwen oder -was? Friede den Seelen der Lebenden und Toten. Es ist Sommer in Wien und woanders, und die Erde stöhnt vor Leid.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.