Allein zu sein bereitet Mühe, nicht allein zu sein ebenso. Als hätten wir eine Wahl. Allerdings haben wir sie oder scheinen sie zu haben. Ich bin skeptisch. Wir können nicht ungeschehen machen, wer uns begegnet. Das hat mit uns zu tun, das geht uns an. Wir sind aufeinander bezogen, es gibt Gedichte. Die Nacht trägt Geräusche ein, Menschen streiten sich, es geht um Liebe. Die ist Zugehörigkeit, Schutz, Bekenntnis. Man kann rasend werden in solchen Sachen, durch solche Sachen. Die Liebe macht uns irre, wenn wir nicht achtgeben. Liebe mag an den Wahnsinn grenzen, doch ist das nicht ihre Aufgabe, vielmehr (wortspielerisch) die Aufgabe ihres Sinns. Vor der Liebe sind wir Kinder oder benehmen uns wie solche, schreiend nach der unbedingten Liebe, die uns einst zustand. Die unbedingte Liebe aber gibt es nicht unter Erwachsenen, denn Erwachsene sind freie und notfalls unabhängige Menschen. Dennoch, trotz all der Erwachsenen, gibt es die unbedingte Liebe – jedoch als Topos, als Idee, als Phantasma. Wir handeln, wenn wir über Liebe sprechen, von Annäherungen.
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