Die Leute, die ich kenne, möchten nicht begreifen, daß sich Politik niemals um einzelne schert (also um keinen von uns), sondern stets Gruppen anvisiert und entweder kaltstellt oder in Höhen hievt. Man braucht allerdings politisches Talent, um solch generalisierendes und trennendes Denken hinzubekommen. Deshalb passen Wissenschaft und Politik zunächst gut zusammen, auch wenn die Alliance gefährlich ist und zu wenig Gutem führt: In ihren Geltungs- und Herrschaftsbereichen haben die Individuen jeweils einen zugewiesenen Platz, an den sie objektiv zu gehören scheinen und den sie nicht unbemerkt verlassen können. In beiden Bereichen wird auf Sicherheit durch Kontrolle gesetzt. Ich bewundere die Akteure der zuständigen Anstalten, sie leisten Unermeßliches. Als während der C-Gelegenheit die Beeindruckten akklamativ anordneten, der fahrlässig unbeeindruckte Rest der Republik solle doch endlich ebenfalls „der Wissenschaft“ folgen, war ich kurz davor, mir in die Hose zu machen vor Lachen. Derart schelmisch kann man nicht sein, lachte oder dachte ich. Aber sie, die Gutgläubigen, meinten es ernst. Das war niedlich, das rührte zu Herzen. Ein jeder aus den Bereichen, die ich anspreche, weiß und wußte, daß ein Vertrauen in führungs- und richtungsweisende Mächte nicht nur naiv, sondern offenkundig Unfug ist. Dennoch wurde es, dieses Vertrauen, kommuniziert. Es gibt die Wissenschaft ebenso wenig wie „die Politik“. Aber das weiß man ja. Bis man es vergißt. Ach, wie gnädig ist doch das Hirn, daß es so ungefragt und sensibel auf Druck reagiert und augenblicklich weiß, warum es so ist, wie es ist, und deshalb so sein muß. Ein dienendes Organ.
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