Felswand

Wie tief die Jahreszeiten und ihr Wechsel in uns greifen – oder wir in sie. Als würde man ein anderer, als dürften oder müßten wir verwandelt werden. Einkehr als Rückkehr: zurück in die eigene Tiefe. In sie stürzen, kopfüber, oder sich vorsichtig abseilen. Ich werde jetzt Herbst und anschließend Winter. Zugleich gedenke ich derer, die mit einem Wort wie Tiefe wenig anzufangen wissen. Was soll das schon sein, mögen sie fragen, wir sind doch nicht Brunnen oder Bergwerk. Ich selbst notierte vor einigen Jahren, Tiefe sei eine deutsche Idee (da wir keine Weite haben; man ist immer gleich da). Und weil es an Leichtigkeit mangelt, ist uns auch noch die Schwere zugeteilt. Was soll man tun? Ballast abwerfen, klettern, schwindelfrei werden. Den Gedanken bis an ihr Ende folgen, die Gefühle dorthin begleiten, wo Erkenntnis und Schauder zusammenfinden. Die Furcht darf mit, man wird sie ohnehin nicht los.


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