Wenn ich unterwegs bin, nehme ich mir vor, heimzubringen, was ich gehört und gesehen habe, um es anschließend zu notieren. Damit es nicht verloren geht. Warum soll es nicht verloren gehen? Weil es markant ist, charakteristisch für den Ort und die Zeit und die Leute. Mir ist, als müßte ich Zustände dokumentieren. Sie sind mir dramatisch nicht aus (oder in) aufgeregter Zeitgenossenschaft, sondern symptomatisch aus möglichst ruhiger, wenn auch nicht zeitentfernter Betrachtung. So wird auch klar, warum die journalistische Herangehensweise nichts mehr für mich ist. Insbesondere beobachte ich mich selbst. Ich bin der Beobachter, der sich beobachtet, während er beobachtet. Früher ging ich los wie auf Beute. Das geschieht kaum mehr. Etwas passiert, oder es passiert nichts. Lieber ist mir fast schon, daß nichts geschieht. Dann habe ich mehr Zeit für Unwichtiges.
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