Feine unsichtbare Fäden

Bevor die Woche beginnt, ein wenig den nächtlich trügerischen Stillstand der Zeit genießen. Solide zehn Grad Celsius vor dem Fenster, das sind angenehme Nachttemperaturen, da muß man nicht heizen, es sei denn, man möchte. Ein Tag des Windes hat sich beruhigt, es zogen dunkle Wolkenherden über einen großen Himmel. Auf einem Spaziergang suchte ich Bilder dieser Stadt, die etwas bedeuten könnten. Einer jener Tage, an denen ich schwach bin und nichts zum Weltbild beizutragen habe. Vermutlich stehe ich eher im Weg oder man übersieht mich. Ich lief dermaßen durcheinander, daß es zum Totlachen war. Endlich nahm ich das Telephon und photographierte mich. Selbstportrait an einem Tag unter dem Wind. Nun ist die Nacht da, der Mond nimmt wieder zu. Man kommt nicht recht voran dieser Tage. Wie gut es da tut, eine vertraute Stimme zu vernehmen. Wir sind verbunden, auch wenn es zuweilen anders scheint. Daß wir das Wesentliche nur ahnen, stört mich nicht im geringsten.


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