Lebensbeweise

Was sondere ich denn hier ab, wie soll man das nennen? Ich nenne das Lebensbeweise. Solange man lebt, soll man sich nicht dem Tod unterstellen. Zwar stimmt es, daß wir die meiste Zeit tot sind, nämlich nicht vorhanden, doch immerhin nicht die ganze Zeit. Nun befinde ich mich in jenem Zeitabschnitt, in dem ich lebendig bin und wahrnehmen kann, fühlen sogar, ein bißchen denken dazu. Das möchte ich genießen und auskosten, auch auf die Spitze treiben, wenn es darauf ankommt. Ich bereite mich nicht auf den Ruhestand vor, mich interessiert meine Rente nicht. Andere ermahnen mich, geben kostbare Ratschläge. Nichts für mich. Es kommt, wie es kommt. Doch dieses Leben ist mein Spiel und es fordert meinen Einsatz, und ich führe kein allgemeines Leben, sondern ein eigenes – versuche es, gebe mir manchmal Mühe, manchmal nicht so sehr. Na, das ist doch ein schöner Text geworden.


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