Wir leben im Wunder

Schneeweißes Zauberland ist nachts die Stadt auf dem Heimweg. Die Schritte knurpsen. Im Lichtkegel der Straßenlaternen könnte man die Flocken zählen, hätte man ein dafür spezialisiertes Auge. Leise ist nun alles, heimlich, geheimnisvoll. Wenige sind unterwegs, es ist nach Mitternacht. Wo ich war, habe ich jeden feierlich verabschiedet, als sei dies ein heiliger Tag und ich könnte verschwinden für immer. Umso langsamer setze ich die Schritte, von denen ein jeder die Straße entlang weit hörbar ist. Ein Risseln ist in der Luft, das ist das Geräusch der Schneeflocken, die aus dem schweren Himmel fallen. Müßte ich nachher nicht arbeiten, ich liefe bis zum Stadtrand, zwanzig Kilometer mögen das sein, und liefe noch weiter hinaus, und irgendwann wäre es Morgen und ich fände ein brandenburgisches Stehcafé und bestellte mir einen Kaffee mit einem Schuß Milch. Anschließend führe ich tiefbefriedigt zurück und legte mich schlafen und schliefe verliebt ein.


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