Wahltag. Tag einer gewissen republikanischen Feierlichkeit. Hier in Berlin wählen wir in Schulgebäuden, betreten das Foyer, folgen den Schildern in lange Flure hinein, lassen uns leiten von der Numerierung und geraten in einen Raum mit Tischen und verantwortlichen Menschen, weisen uns aus (Wahlbenachrichtigung), bekommen einen Wahlschein, werden unterrichtet, wieviele Kreuze in welcher Spalte erlaubt sind, steuern einen Tisch (mit Stuhl) an, auf den ein hölzernes Flachdachhäuschen gestellt ist, das nach vorn, nach links und rechts und oben durch Wände geschützt ist. An einem Faden hängt ein Kugelschreiber. Mit dem ausgefüllten Wahlzettel, den ich wieder so falten soll, wie er mir übergeben wurde, damit niemand sehen kann, wie ich gewählt habe, gerate ich nun in die letzte Phase der amtlichen Bewährung. Es wird geprüft, ob ich in den Wahllisten registriert bin und mich ausweisen (Personalausweis) kann. Die Wahlurne wird geöffnet. Dies geschieht, indem ein A4-Versandumschlag, der den Spalt bedeckt, zur Seite gezogen wird. Mein Wahlzettel ist versenkt. Ich bedanke mich bei den Wahlhelfern. Das sind sie kaum gewohnt.
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