Beim Leben in die Lehre gehen

Im wirklichen Leben sucht man sich seine Lehrer aus. Manchmal dauert es eine Ewigkeit, bis jemand gefunden ist, zu dem man paßt. Bis dahin schlägt man sich durch, lernt auf eigene Gefahr und schafft sich Regeln und Gesetze. Wie zusammengestoppelt sie auch sein mögen, man kommt damit schon ein Stück voran. In der Schule sind einem die Lehrer vorgesetzt, man braucht also Glück – wie bei einer Lotterie. Auf lange Sicht würde ich unterstellen, daß wir denen begegnen, die wir brauchen. Das gilt in beide Richtungen, also auch für den Lehrer oder Meister. Lernen kann ein hohes Vergnügen sein. Ich denke an einige meiner Schullehrer mit einer gewissen zärtlichen Rührung. Sie meinten es gut und konnten geben. Andere standen vor uns und ließen mich kalt. Wenn sie fachlich was konnten, waren sie erträglich. Ich war jedoch niemals gern einer von dreißig. Gruppen machen einen dumm, man muß sehr aufpassen. Ich wollte nach der Schule beim Leben in die Lehre gehen, doch dann geriet ich an die Universität. Das hat mir mehr geschadet als genutzt. Ich brauchte Jahre, um wieder sprechen zu lernen.


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