Aus beträchtlicher Höhe und beachtlicher Tiefe

Es gibt zwei Interventionen des akuten Sprechens. Die eine läuft darauf hinaus, daß ein ruhiges Publikum beunruhigt, die andere, daß ein beunruhigtes Publikum beruhigt wird. Beide Akte sind solche des Sprechens und Befolgens. Es gibt eine dritte, wie stets. Sie ist die erste, die angegriffen wird und zerstört werden soll, wenn die Truppen sich in Marsch setzen. Denn in einem Krieg gibt es nur zwei Mächte, das wird durchgesetzt werden. Wie lautet sie also, die dritte Position, bevor sie einstweilen und notgedrungen abgeschafft sein wird? Die des Beobachters, der Neutralität, der Unentschiedenheit, der Ausgewogenheit, des Nichtüberzeugtseins, des Nichtbefolgens, der non-binären Logik zur Not. Es ist vielleicht die Position Gottes, des Lebens, der Weisheit, des Taos, der Ewigkeit, des Sinns. Doch die Menschen wollen offenbar kämpfen, sich im Kampf entlasten, die alte gegen neue Last eintauschen, in diesem Tausch verzweifelt ihr Glück suchen und zugrunde gehen. Anschließend Wiederaufbau und Denkmäler für die Toten, Heldengesänge und Racheschwüre – oder ein neues Nie wieder. Der Zeitgeist schwitzt Blutgeld aus.


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