Mittlerweile alt genug

Als Kind wußte ich genau: die Erwachsenen sind die Anderen. Jedes Kind weiß das. Man steht klein, abhängig und anderswissend neben ihnen. Einst werden auch sie klein gewesen sein, doch nun sind sie groß und wissen Bescheid. Da von ihnen die Verbote und die Erlaubnisse ausgehen, lernt man sie achten und fürchten. Man ist auf sie angewiesen, eine quälend lange Zeit. Verstößt man gegen Gesetze, muß man büßen, verletzt man die Regeln, soll man sich schämen. Früher bekam man eine geknallt. Heute auch noch, nur daß niemand darüber spricht. Manches Kind ersinnt aus solchen Erfahrungen eine Rache. Nichts ist vergessen, wenig vergeben. Mir sind die Erwachsenen bis heute unheimlich, das habe ich aus der Kindheit mitgenommen. Bis heute ducke ich mich, wenn sie die Welt erklären oder Normalität definieren. Dünnes Eis unter behauptenden Schritten. Ich beobachtete sie, als seien sie meine Feinde. Ich studierte sie durch und durch. Ich wußte, daß von diesen Beobachtungen alles Weitere abhängen würde.


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