Spricht man mit Kindern und stellt sich ihrer Anwesenheit, spürt man den tiefen Ernst ihres Wesens. Warum ist mir der Ernst so wichtig? Dessen Gegenteil wäre Tändelei, Firlefanz, Leichtfertigkeit. Nichts gegen diese drei lustigen Gesellen, auch ihnen gebührt die Bühne namens Welt. Doch der tiefe Ernst eines Wesens ist mir kostbar. Wo wirkliche Begegnung stattfindet, gerät sie in die Tiefe und fürchtet sie nicht. In ihr wird sanft und still das Unfaßbare berührt. Man muß kein Remmidemmi veranstalten – es geschieht oder geschieht nicht. Mit Erwachsenen solches zu erleben ist selten. Erwachsene sind Geschlagene, deshalb auch Eingeübte, Abwehrende, versierte Allrounder, Profis und so weiter. Sie wissen, wie man vermeidet. Sie kennen die Verstecke, beherrschen ihre Rollen, spielen sich was vor und lachen noch dazu dieses falsche Lachen. Ach Frau Müller, wir haben uns ja so lange nicht gesehen – dazu drei Ausrufezeichen und weit aufgerissene Augen und der Mund wie ein rundes Schall-Loch, aus dem die niemals von der Seite gewichene Angst die Alltagsschlager fürs Durchhalten schleudert. Endlich einmal wird man älter und beendet solchen Unsinn. Das muß doch möglich sein, deshalb leben wir doch.
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