Getrennt

Ich sehe schon, wie alle sich Mühe geben. Zum Beispiel in den Redaktionen oder in den Gremien oder in den Mitgliederversammlungen. Jeder gibt sich Mühe, Teil von etwas zu sein und sein zu dürfen. Was kann ich geben, was darf ich nehmen? Das sind endlose Fragen, auf die Lebens- und Überlebensstrecke gerechnet. Die Antworten finden sich heraus, irgendwann und irgendwie, jeweils nur vorläufig. Manche laufen geduckt durch die Gegend und gehen den Leuten aus dem Weg, mir ist das nicht fremd. Menschen können zum Fürchten sein. Ich zucke manchmal zusammen, wenn jemand Mensch sagt. Ich bevorzuge Leute, das sind immer schon viele, da kann man durch, die lassen sich dividieren, schließlich bleibt mal jemand. Auch ich gebe mir Mühe, ohne daß ich möchte, daß man sieht, daß ich mir Mühe gebe. Ich liebe die Leichtigkeit zwar, da ich sie nicht oft genug habe, mit der Leichtfertigkeit aber komme ich nicht überein. Ich erkenne sie sonders und eigens im Politischen, in jener Sphäre, in der man mal fertig werden möchte mit einem lästigen Problem, in der abserviert werden muß, damit die nächste Schwierigkeit aufgetischt und erneut abserviert werden kann. Mir ist klar, daß die Leute, die in solchem Metier arbeiten, das anders bewerten und benennen. Auch sie versuchen, sich gerechtfertigt zu sehen, sogar im Spiegel. Sicher haben auch sie recht. Jemand muß schließlich entscheiden, sagt man. Also wird entschieden und geschieden.


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