Ich spüre und sehe mit an, wie Menschen ihr eigenes Altwerden präfigurieren, das heißt, ungezwungen ihre Leblosigkeit vorbereiten. Leblosigkeit ist Erstarrung. Sie basteln emsig an einer Konfiguration, die zwar Sicherheit verspricht und solches Versprechen auch halten kann, aber das Lebendige ausschließt. Was geht mich das an? Eigentlich wenig, andererseits viel. Ich bin ihnen verbunden und leide mit. Wie würde ich es an ihrer Stelle tun? Ernsthaft gefragt. Ernsthaft geantwortet: Ich weiß es nicht. Da ich nun ein bißchen alt genug bin und ein anderer, weiß ich (immerhin das ist erreicht), daß zu leben bedeutet, viel zu geben, Angst zu überwinden und Fehler zu riskieren, sie nicht einmal zu scheuen. Es bedeutet, schwingungsfähig zu sein und in Berührungen zu geraten, auch in Konfrontationen. Wir sollen leben.
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