Wenn ich etwas sagen möchte, höre ich, bevor ich spreche, oft schon die Einwände, die gegen das, was ich noch gar nicht gesagt habe, sprechen könnten. Mittlerweile spreche ich dann erst recht. Früher wäre ich verstummt. Daß ich hier so viel rede und spreche, hängt damit zusammen, daß ich davor, also vor 2015, fast gar nichts gesagt habe. Da hat sich was aufgestaut. Die Einwände und Kritiken kann ich vertragen, sie halten mich nicht mehr ab. Sicher sind sie berechtigt. Heute ist eine Nacht, in der ich unendlich weiterreden möchte, eins nach dem anderen, wie in einem Gespräch, das nicht endet, weil dauernd wieder etwas einfällt. Nur daß ich das hier allein tue. Aber doch auch so, als sei jemand da. Andererseits könnte der Titel Selbstgespräche schön sein.
Entdecke mehr von holger tegtmeyer / texte und tage
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.