Wir sind ja auch noch da

Die Behauptung, es gäbe kein richtiges Leben im falschen, stand neuerlich im Raum. Wäre dem so, vorausgesetzt, wir könnten richtig von falsch trennen, säuberlich und unverschmutzt, hieße das doch, daß wir zu falschem Leben verurteilt oder verflucht wären. Das käme einer Verdammnis gleich, selbst wenn man solches Wort und seine Bedeutung nicht teilt. Ließe sich die Angelegenheit nicht drehen? Könnte nicht im falschen Leben ein richtiges sich zeigen? Daß das politische Insgesamt sich im Falschbereich bewegt, wird als unbestritten vorausgesetzt. Wenngleich es Gegenstimmen aus dem wirtschaftsliberalen Lager geben mag. Mich interessiert ein Leben, das im Falschen sich einzunisten weiß und pocht, leise und stark, unhintergehbar. Daß man sich selbst für machtlos hält, ist übrigens Teil der Herrschaft, deren Technik der Zermalmung und Versprengung, der Atomisierung des erwarteten Widerstands.


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